„Und es rief JHWH…“   (hebr. „Wajikrah“)

  1. 3. Mose 1, 1

Der EWIGE ruft. Mit seinem Ruf – mit seiner „Anrede“- mit seinem schöpferischen Wort beginnt alles: Himmel und Erde, das Licht, das Leben.

“Am Anfang war das Wort“ (Joh. 1,1),

schreibt viele Jahrhunderte später der Apostel Johannes, um seinen „Jesus-Bericht“, sein Evangelium, zu eröffnen. Damit verweist er auf den,

„der am Anfang war“ (1.Joh. 2,13)

und das unwandelbare Fundament des gesamten Universums ist.

Der EWIGE ruft. Er be-ruft Abram. (1.Mose 12,1-3) Damit beginnt nach der Hybris (Hochmut) der Menschheit, die im Turmbau zu Babel gipfelt, Gottes erneute gnadenreiche Zuwendung zum Menschen. Er beruft den Einen, aus dem das erwählte Volk Gottes hervorgehen wird, um durch ihn allen Menschen Segen und Fülle des Lebens zukommen zu lassen.

Und wieder ruft der EWIGE. Diesmal ist es das Thema eines ganzen biblischen Buches. Das dritte Buch Mose. In der lateinischen Bibel (Vulgata) heißt es „Leviticus“. In der jüdischen Bibel – der Tora - beginnt es mit diesen Worten. Und so heißt es auch schlicht und einfach. Es ist das mittlere der fünf Bücher umfassenden Tora. Im Zentrum steht der „Ruf des EWIGEN“. Er be-ruft ein ganzes Volk zur Heiligkeit. „Seid heilig, denn ich bin heilig!“

(3.Mose 19,2)

Die Heiligkeit – das „Aus- und Abgesondert-sein“ – entspricht dem Wesen Gottes selbst. ER ist der „Unverfügbare“, der „ganz Andere“, der, der keiner Beschränkung von Raum und Zeit unterliegt: der „Ajin Sof“, der „Unbegrenzbare“, der „Unbegrenzte“: eben der „EWIGE“. Und die, die ihm nahen – die er sich erwählt hat, ihm nahen zu dürfen – sie sollen diesen Charakterzug seines Wesens in sich tragen. Auch sie sind „Abgesonderte“ – auserwählt IHM zu dienen.

Das ganze Buch „Und es rief“ ist ausgefüllt mit den Anordnungen und Geboten des EWIGEN. Sie offenbaren den unendlichen Unterschied zwischen Gott und den Menschen dadurch, dass sie aufzeigen, was alles beachtet werden muss, will jemand mit Gott in Kontakt kommen. Es gibt ausgewählte Menschen, die entsprechend würdig bekleidet zu bestimmten Zeiten an einem ganz bestimmten Ort festgelegte Handlungen vorzunehmen haben. Und nur einmal im Jahr darf eine einzige vorher bestimmte Person vom Heiligsten in das Allerheiligste eintreten.

Dieser Bereich war durch einen besonders schweren Vorhang allen Blicken unzugänglich. Und der Hohepriester wurde mit einem Seil gesichert. Denn falls er vorher nicht ausreichend entsündigt war (oder Gott sein Versöhnungsopfer nicht angenommen hat), würde er die Gegenwart des EWIGEN nicht überleben und man müsste seine sterblichen Überreste ja bergen können, ohne dass weitere Personen zu Schaden kommen.

All diese Rituale mussten ständig wiederholt werden für das ganze Volk. Eine „Entsündigung“ war durch Tieropfer nur für eine begrenzte Zeit möglich. Der sich jährlich wiederholende Versöhnungstag („Jom Kippur“) war fest eingeplant und wurde nach einer zehntägigen Vorbereitungszeit als Fastentag begangen. Soviel zu der Berufung Israels „heilig“ zu sein.

Als Jesus, der Messias Israels – der Sohn Gottes – unschuldig am Kreuz stirbt, zerriss der Vorhang im Tempel. Und zwar

„von oben nach unten“! (Mt.27,50-51a)

Damit kommt das Versöhnungsangebot Gottes nun zu allen Menschen. Nach wie vor gilt die Feststellung des Apostels Paulus im Römerbrief (Kap. 1,16-17) „…den Juden zuerst, sodann aber auch allen nichtjüdischen Völkern“ – aber das Ziel Gottes mit allen Menschen ist: „Seid heilig, denn ich bin heilig!“ (3.Mose 19,2)

Eben dieser Jesus aus Nazareth ist es, „der uns von Gott gemacht wurde … zur Heiligkeit…“ (1.Kor.1,30-31) Der „Ruf Gottes“ gilt allen Menschen: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen: Du bist mein!“

(Jes. 43,1)

Mit jedem Menschen hat Gott einen einzigartigen Plan und eine einzigartige Bestimmung: zutiefst erfüllendes Leben!

Jesus hat gesagt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“ (Joh. 14,19) und „Ich bin gekommen, dass sie das (ewige) Leben haben und es in Fülle haben!“ (Joh. 10,10)

Damit ist die unvorstellbare Lebensfülle gemeint, die man nur haben kann, wenn sich die Bestimmung des Schöpfers vollendet erfüllt. Und die lautet: „Seid heilig!“

Somit wird deutlich, dass das 3.Buch Mose uns meint! Uns gilt der Ruf Gottes! Er erfüllt sich durch Jesus, den Gesalbten. Denn: „Ist jemand in Christus so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen. Siehe, Neues ist geworden!“ (2.Kor. 5,17)

Heiligkeit ist somit keine moralische Höchstleistung, sondern gelebte Berufung. Sie erfüllt sich in dem Verbunden-sein mit Jesus: „Bleibt in mir und ich in euch…denn ohne mich könnt ihr nichts tun… wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.“ (Joh. 15,4-8)

In diesem Sinne Ihnen/Euch von Herzen Gottes reichen Segen und Lebensfülle!

Social Share:

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



Stilletag am 8. Dezember 2018 in der EFG Bochum-Linden – Ein Rückblick und eine Einladung

2018 stilletag gruppeEinen ganzen Tag lang Schweigen, nichts sagen! Wer mich kennt, weiß, wie schwer das für mich ist. Eine Auszeit jetzt, wo doch noch so viel zu tun ist? Und wird es dann nicht verdammt laut in mir… und es kommen Dinge hoch oder Gott sagt etwas zu mir, das ich so gar nicht hören will und in meinem Alltag erfolgreich unterdrücke? Und mit 40 Teilnehmer*innen, wie soll da Ruhe und Stille einkehren?Da war aber auch noch eine andere Stimme in mir, ein tiefes Bedürfnis und Verlangen, mich von Gott berühren und Ihn zu mir sprechen zu lassen.

22.12.2018


Frömmigkeitsformen in der Brüderbewegung

Welche Ausdrucksformen der Frömmigkeit sind typisch für die Brüderbewegung? .

12.02.2019

Ein Traum verändert die Welt

Am vergangenen Wochenende fand die Uraufführung des Chormusicals „Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt“ statt..

11.02.2019