„Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist…“   (Eph. 6,18)

„Betet ohne Unterlass“ – es gibt mehrere Möglichkeiten, diesen Ausspruch (miss-) zu verstehen. Immer wieder begegnen mir Menschen, die diesem „Ideal“ hinterherjagen ohne es je zu „schaffen“. Will Gott uns deprimieren und entmutigen? Sollen wir alle unser Leben radikal verändern und ins Kloster gehen?

Übrigens hat man auch da gemerkt, dass der Garten unbearbeitet bleibt und die Wäscheberge nur still weiterwachsen, wenn man „nur“ betet. Also: Beten „und“ Arbe(i)ten! Bleibt es also nur ein frommer (unerfüllbarer) Wunsch – eine von scheinbar vielen biblischen Anordnungen, die nicht zu leisten sind? „Betet ohne Unterlass“. (1. Thess. 5,17)  

Vielleicht ist einfach nur die „innere Haltung des Herzens“ gemeint - ein „betendes Herz“ sich zu bewahren? Oder in einem ständigen „inneren Zwiegespräch“ mit Gott zu leben? Selbst das kann auf Dauer sehr anstrengend sein! Obwohl ich meine, dem Wesen des biblischen Wortes aus dem 1. Thessalonicher Brief hiermit schon recht nahe zu kommen.

„Beten heißt ja, in einer geschenkten Beziehung zu leben“ (Paul Imhof)

Also auch: Dranbleiben. Dem Gespräch mit Gott Raum und Zeiträume geben. Die innere Sensibilität bewahren, mit dem durch den Heiligen Geist unsichtbar gegenwärtigen auferstandenen Herrn Jesus Christus zu sprechen und mit ihm zu rechnen. Damit kommen wir der Anweisung des Apostels im Epheserbrief, wie er oben abgedruckt ist, auf die Spur. Dieses Beten zu „jeder Zeit“ meint eben auch nicht, ständig mit einem gesenktem Kopf, gefalteten Händen und geschlossenen Augen herum zu laufen. Vielmehr ist der Zeitbegriff interessant, den Paulus verwendet. Die griechische Sprache des Neuen Testaments kennt zwei unterschiedliche „Zeiten“. „Chronos“ ist der (messbare) Zeitraum, eine Zeitspanne.

Wir kennen den „Chronometer“ (= Uhr) und die „Chronologie“ (=unsere Geschichtsschreibung).

Das Wort, welches der Apostel verwendet ist jedoch „kairos“. Dieser Begriff jedoch meint den „von Gott (fest-)gesetzten Zeitpunkt“. „Als die Zeit („kairos“) erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn …“ (Gal. 4,4)

So auch hier: Zum Gebet geeignet ist jeder von Gott gesetzte Zeitpunkt. Das hindert nicht unsere Möglichkeit, Gott durch Gebet in all unsere Alltagssituationen mit einzubeziehen. Meint aber auch eine innere Haltung der hörenden Abhängigkeit zu Gott hin, um seine Impulse wahrzunehmen.

Wir werden an jemanden erinnert – Gottes Geist ermutigt uns zu einem stillen Gebet; wir schauen die Nachrichten im Fernsehen – uns wird bei einer Meldung auf einmal bewusst: dafür könntest du eigentlich beten; eine Bekannte ruft an und erzählt eine persönliche Not – wir haben den „Eindruck“: lass uns doch dafür beten.

Alles „normale“ Situationen, wie sie sich täglich unzählbare Male ereignen… durch den Heiligen Geist werden sie auf einmal zum „kairos“, zum „von Gott gesetzten Zeitpunkt“ des Gebets. Und es bleibt unverfügbar.

Einmal berührt uns eine Situation nicht – das ist o.k., denn das Heil der Welt ruht nicht auf unseren Schultern – und einmal ist der Impuls von Gott da.

Dann bete!

Das ist der „Kairos“. Jetzt kann sich „Beten und Flehen im Geist“ ereignen. Gebet in seiner ganzen Vielfalt: Danken, Loben, Klagen, Anbetung, Bitte, Fürbitte, Segnen, Beten im Geist … „Beten im Geist ist in der Bibel übrigens oft ein Fachausdruck für das „Sprachen- oder Zungengebet“, also ein Beten in einer für den Betenden unbekannten Sprache (des Geistes) – eine Sprache, die der Beter nicht gelernt hat, aber als Gnadengabe des Gebets gebrauchen kann, um mit Gott zu sprechen. Sozusagen „von Herz zu Herz“, unter Umgehung des Verstandes.

Paulus spricht auch von dem „unverständlichen Seufzen“ (Röm. 8,26-27). Manches können wir einfach nicht „in Worte fassen“. Und so wie es dem einen dann hilft, auf vorformulierte Gebete – etwa die Psalmen der Bibel, Liedtexte oder andere geistliche Texte – zurückzugreifen, so kann z.B. derjenige, dem die Gabe des Sprachengebets geschenkt ist, auf diese Weise beten. Der Apostel hat diese Art des Betens übrigens sehr zu schätzen gewusst (vgl. 1. Kor. 14, 5 + 15), stellt es aber in den gesamten Zusammenhang des persönlichen Gebets. So wird es nicht überbetont oder gar als einzige „richtige“ Art des Betens herausgestellt. Ein jeder bete, wie es ihm "ums Herz ist." Wichtig ist der „kairos“ und das persönliche Geführt-werden darin durch den Heiligen Geist. So haben wir Teil an Gottes heilsamen Wirken in dieser Welt. So wird das „jederzeit“ zu einem spannenden Unterwegs- sein mit Gott. Im Hören auf seine „Zeitpunkte“ erfahren wir SEINE Wertschätzung, SEINEN Willen, uns zu gebrauchen und uns zu einem Teil seiner heilvollen Absichten zu machen, die ER in unserem Leben, unserer Familie, unserer Gemeinde, unserer Stadt, unserem Land und mit dieser ganzen Welt hat. Lassen wir uns ermutigen zu Betern und Beterinnen zu werden, „jederzeit mit Bitten und Flehen im Geist“ – ich träume davon, so ähnlich wie es Paul Beasly Murray in Worte gefasst hat.

Ich träume von einer betenden Gemeinde

wo man das Beten als besonderes Geschenk

und nicht als Pflicht sieht

wo man erwartet, dass Gott unsere Gebete erhört

wo Männer und Frauen zusammen beten

wo Familien zusammen beten

wo man in kleinen Gruppen zusammenkommt,

um die Ausbreitung des Reiches Gottes

im Gebet voran zu bringen

wo die Mitglieder für- und miteinander beten

wo die Leiter oft zusammen beten

wo man für die Gottesdienste betet

wo man die Sorgen der Welt nicht vergisst.

(Paul Beasley-Murray)

Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen von Herzen Gottes Segen und viel Freude beim Entdecken: Gott ist nie weiter entfernt als ein Gebet!

Pastor Bernd Niemeier

(Unmittelbar einen Tag vor dem überkonfessionellen Event: „DU-BIST-GELIEBT“ am Bahnhof Hamm)                    

„Hätte, hätte, Fahrradkette …“ – Rein technisch:  Kein Problem! Auch die Ärzte hätten Zeit und Kompetenz. Aber: keine Spenderorgane. Die Zahl der Organspenden ist rückläufig! Und man könnte doch so einfach helfen… Organspende – obwohl 80 % prinzipiell dafür sind, haben davon weniger als die Hälfte einen „Organspendeausweis“

Und wieder einmal ist Gott um ein vielfaches großzügiger! Dass wir Menschen „ein neues Herz“ brauchen, beschreibt die Bibel von Anfang an: „Das Herz des Menschen ist böse von Jugend auf…“ Damit das Leben gelingen kann und nicht am Ziel Gottes mit unserem Leben vorbeibrettert, brauchen wir ein gänzlich „anderes Herz“ – frei von Egoismus und Selbstsucht. So wird Gott zum größten Organspender in unserem Universum. ER reißt sich seinen einzigen, ewig geliebten Sohn vom Herzen: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn dahingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“ Der Sohn Gottes – das ist Jesus, der Christus, muss sterben für unsre Schuld. Nur so kann er Organspender werden und uns SEIN vollkommen sündenfreies Herz zum Tausch anbieten, denn „Gott hat ihn, der von keiner Sünde wusste für uns zur Sünde gemacht, damit wir durch ihn Gottes Gerecht-Sprechung empfangen – und das ist: „ein neues Herz“ – ein neues Leben – eine zweite Chance. Warum wird Gott für uns zum „Organspender“? Es gibt nur einen Grund: Liebe!  „Du bist geliebt“ – das ist die Botschaft morgen Nachmittag – von 13-20 Uhr vor dem Bahnhof in Hamm. Am Willy-Brandt-Platz 1 treffen sich morgen Christen aus vielen Kirchen und Gemeinden, um diese Botschaft weiterzusagen. Mit dabei etliche Bands, Hip-Hopper, Poetry-Slam und spannende Lebensberichte von Menschen, die erfahren haben: „Du bist geliebt!“ Komm und sei dabei – morgen ab 13 Uhr vor dem Bahnhof!

Bernd Niemeier, Pastor in Bockum-Hövel

für  „Augenblick mal“

„Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich, der HERR erfreue sich seiner Werke“

Psalm 104, 31

Zugegeben: Der Psalm 104 ist ganz schön lang. Und auch die sehr detaillierten Beschreibungen der Schöpfung scheinen den heutigen Erkenntnissen nicht mehr gerecht zu werden. Aber trotzdem: Wann haben Sie diesen Psalm zuletzt einmal so gebetet? Oder betend gelesen? Es kann einen nicht unberührt lassen, wenn man dieses ehrfürchtige Staunen nachempfindet und sich selbst neu zur Anbetung des Schöpfers führen lässt!

Kein Copyright – weder vorneweg noch hintendran; sowohl der Komponist als auch der Texter wollen nicht genannt werden. Für „Eitelkeiten“ ist hier kein Platz. Nichts soll ablenken von der Genialität des EINEN. Des einzigen Namens in diesem gewaltigen, Milliarden von Lichtjahren großen Universums. Den auch keiner auszusprechen vermag.

Man weiß es schlichtweg nicht. Wie sind diese vier hebräischen Buchstaben – JHWH in unsrer Sprache – richtig auszusprechen? Die jüdische Tradition umgeht dies weise. Man spricht an der Stelle immer von „dem Ewigen“ oder von „Adonai“, was schlichtweg: HERR bedeutet.

Neun mal wird JHWH in diesem Psalm genannt – in der jüdischen Bibel (dem ersten Testament / „Altes Testament“) insgesamt über 8.000 mal. Dieser eine, einzigartige, unverwechselbare, herrliche, heilige, unsterbliche, darum ewige Gott, der sich Mose mit Namen vorgestellt hat – und der uns als Vater unsres HERRN und Retters Jesus begegnen will; ER allein ist zu loben.

Die ganze Schöpfung atmet seine Gegenwart. Die starken Äste der Bäume, die sich im Wind wiegen - das mächtige Brausen der Meereswellen – das bedrohliche „Asche-Husten“ eines Vulkans – der Balztanz eines Vögleins und das Wimmeln der Bakterien unter dem Elektronenmikroskop: Jede Bewegung auf unserem Planeten hat nur einen tieferen Grund: Das Lob des Schöpfers! „Alles, was atmet, lobe den HERRN!“ (Ps. 150,6)

Das absolut unzeitgemäße Gerede vom „Schöpfer“ stört Sie? Die moderne Wissenschaft, die doch „bewiesen“ hat, dass das ganze Universum aus einem „Urknall“ hervorgegangen ist, wiederlegt doch das „sentimentale“ Loben eines Gottes?

Auch die Entstehung der „Zeit“ hat doch der jüngst verstorbene, weltbekannte Wissenschaftler Steven Hawkins auch ohne Gott bestens erklärt … Na, wenn schon – selbst wenn das stimmen würde (was nicht stimmt!!) – was soll’s? Die Bibel sagt, dass die „(Ehr-)Furcht vor Gott“ der Anfang der Erkenntnis und der Weisheit ist.

Und: „In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.“ (Kol. 2,3)  Diese selbe Bibel stellt übrigens auch eine erschreckende Diagnose: In der Verweigerung des Dankes an den Schöpfer manifestiert sich die Ur-Sünde des Menschen. Im Gegenzug nimmt Gott die Entscheidung des Menschen „nur“ ernst – er respektiert sie – mit fatalen Folgen.

Nachzulesen in Rom. 1,18-32. Nun   k a n n   der Mensch Gott und die Genialität seiner Schöpfung gar nicht mehr erkennen … Und er ist „verflucht“ und dazu „verdammt“, sich und seine Existenz auf anderen Wegen zu erklären. Woher komme ich? Wohin geht die (Lebens-)Reise? Wozu lebe ich?  „Der natürliche Mensch kann es nicht verstehen.“ (1.Kor. 2,14)

Grau ist alle Theorie – aber ohne geht es auch nicht … (Daher die „Evolutions-THEORIE“)  „Einige Wissenschaftler hatten sich zusammengefunden. Sie waren inzwischen so weit, dass sie eine „friedliche“ Einigung mit Gott suchten: „Wir brauchen dich nicht mehr. Wir haben die Prinzipien der Schöpfung nun so sehr ausgeforscht: Wir können genauso wie du alles erschaffen!

Wir fordern dich heraus zu einem fairen Wettstreit. Dem Sieger soll die Welt fortan gehören“

„O.K.“ sprach Gott, dann legt mal los!“ Die Wissenschaftler bauten eine enorme Apparatur auf, legten alle Instrumente bereit und alle Materialien.

Jetzt wollten sie gerade loslegen: Sie nahmen den Staub der Erde

… „Halt, halt,“ sprach Gott, „es soll ja fair sein. Nehmt bitte euren eigenen Staub … – der da ist ja auch schon von mir geschaffen worden!“

Ich glaube an den EINEN, der Himmel und Erde und das Meer und alles, was darinnen ist geschaffen hat. Ich kann diesen Psalm beten und staunen.

Ich kann die Botschaft begreifen: Wir sind geschaffen zum „Lobpreis seiner Herrlichkeit!“ (3 x in Eph.1,3-14): 

„Der HERR erfreue sich SEINER Werke“ denn „Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen!“ (Eph. 2,10)  

Halleluja!

In diesem Sinne, ein reich gesegnetes Erntedankfest 2018.

Bernd Niemeier

„Shit happens!“ Nein, ich meine nicht das 0:1 gegen Mexiko, den total verpatzten WM-Auftakt unsrer National-Mannschaft. Wie wäre es damit:

Ein Pastor auf dem Weg zur Kanzel. Die letzte der drei Stufen will er sportlich nehmen. Stolpert. Verliert das Gleichgewicht. Liegt dann bäuchlings auf dem Boden! Das Gelächter, Gejohle, Geklatsche und Gestampfe der ausschließlich männlichen Gottesdienst-Besucher ist ohrenbetäubend. Schließlich rappelt sich der Pastor wieder auf und geht – erhobenen Hauptes – auf die Kanzel. Seine ersten Worte in diesem Gefängnisgottesdienst: „Ja, ‚shit happens‘! Das Leben kann uns ganz schön übel mitspielen! Und manchmal fällt man auf die Schnauze … Aber: man muss ja nicht liegen bleiben! Auch wenn’s bequemer ist und man sich schnell an die neue Lage gewöhnt. Viel wichtiger ist doch, dass man wieder aufsteht und von neuem anfängt!“

In der Bibel werden uns viele Menschen vorgestellt, die sehr schuldig geworden sind. Oder denen man äußerst übel mitgespielt hat. Einer davon ist der Sohn Gottes selbst: Von einem Freund verraten; von bestochenen Zeugen belastet, von einem korrupten Richter zum Tode verurteilt … Jesus Christus stirbt am Kreuz. Eine fürchterliche und absolut entwürdigende Art öffentlich zu sterben … Er wird verlästert, verspottet, weggeworfen auf die Müllhalden unsrer „political correctness“. Aber – und das ist das Geheimnis des Glaubens – wer sein Leben diesem von Gott gesandten Retter und Erlöser anvertraut, der erfährt auch seine Auferstehungskraft! Denn Jesus blieb nicht im Grab. Gott hat ihn von den Toten auferweckt und so gilt: „Gehört jemand zu Jesus Christus, so ist er ein neues Geschöpf geworden. Das Alte ist vergangen. Siehe, Neues ist geworden“ (2.Kor. 5,17)

In diesem Sinne also: Ja, shit happens – aber man kann auch wieder aufstehen! Und mit Jesus eröffnet uns Gott eine faszinierende Zukunft!

Bernd Niemeier, Pastor in Bockum-Hövel

für „Augenblick mal“

Das zweite Wort im hebräischen Urtext ist in der jüdischen Bibel (= Tora) der Name des ganzen - 34 Kapitel umfassenden - Buches. Es heißt einfach: „Worte“ (oder: „Reden“). Der wissenschaftliche Name, den wir aus der ersten autorisierten Übersetzung ins Griechische (= LXX = Septuaginta) übernommen haben, nimmt Bezug auf die „Doppelung“ der Überlieferung der sogenannten 10 Gebote.

Daher: „Deuteronomium“, das heißt: „Zweites Gesetz“. Damit ist sicherlich das augenscheinlich Auffälligste in diesem Buch hervorgehoben worden. Dennoch erfasst dies den Charakter und die Wichtigkeit dieser Überlieferung sowohl für Juden als auch für Christen nicht ausreichend. Es geht eben nicht um eine Wiederholung schon bekannter Dinge – wie langweilig! Sondern: das Leben schaffende, schöpferische Wort Gottes wird ausgesprochen – und damit auch gleich zur helfenden, Leben schaffenden Wirklichkeit. Das ist der Charakter von „Gottes Wort“! In diesem Sinne ist Überlieferung („Tradition“) eben nicht ‚das Verwalten der Asche‘ sondern ‚die Weitergabe des Feuers‘!

Und das kommt so:

  1. Der biblische Begriff für das Wort „Wort“ (hebr. „dbr“ sprich: DaWaR) meint sowohl das, was gesprochen wird, aber immer auch in der Wirksamkeit zur Tat hin. So kann man „dbr“ übersetzen mit „Wort“, „Sache“, „Angelegenheit“. Das heißt für uns: Gottes Wort ist immer die zur Tat gewordene Rede. Darum ist die Welt erschaffen „durch SEIN Wort“ (1.Mose 1,3; Ps. 33,9; Hebr. 11,3). Ja, mehr noch: ER selbst ist „das Wort“ (Joh. 1,1) Und dieses Wort „wurde Fleisch – nahm Menschengestalt an“ (Joh. 1,14; Phil. 2,6) ER ist „das Wort des Lebens“, dass die Apostel „geschaut, erkannt und betastet haben“ (1.Joh.1,1-3) und „es uns bezeugen“. Und in IHM hat der EWIGE ein „letztgültiges Wort“ gesprochen … (Hebr. 1,1-2).

Wir sehen: Alles hat seinen Ursprung, darin, dass Gott spricht! So spricht er am Anfang unserer Schöpfung (1.Mose 1,3) und am Anfang der (Heils-)Geschichte. Ja, auch die Berufung Abrahams beginnt mit dem Reden Gottes! (1.Mose 12,1-3). Auch der Sinai-Bund ist gegründet im Reden des EWIGEN. (2.Mose 20,1)

Jetzt aber wird eine neue Seite in der Geschichte des Volkes Israels – gleichsam: in der Menschheitsgeschichte – aufgeschlagen. Und am Anfang stehen … „Worte“ („Reden“) Und zwar: die Reden des Mose!

  1. Darum geht es eben nicht um Wiederholung, sondern um Aktualisierung! Gottes Wort wirkt in die Zeit und darf – ja: „muss“ – neu verstanden und interpretiert werden. Der EWIGE ist mit seinem Volk unterwegs. Durch die Wüste - und jetzt: In das Land der Verheißung! Da muss das Wort Gottes neu gehört werden. Und – das ist wirklich gewaltig: Gottes Wort wird durch „Menschenmund“ gesprochen! Mose spricht nun! Er gibt das Reden Gottes an die nächste Generation weiter.

Natürlich geschieht das in göttlicher Autorität, denn wir wissen ja, dass es keine Prophetie aus eigener Entschlusskraft geben kann (s. 2.Petr. 1,19-21) und dass „alle von Gottes Geist gewirkte Schrift nützlich ist … für die Menschen Gottes“! (2.Tim. 3,16-17) Aber dennoch erkennen wir, wie Gott selbst mit uns Menschen unterwegs ist. Der Heilige Geist spricht durch „den Mund“ von Menschen. Das Wort Gottes erweist sich als „lebendig und schärfer als ein zweischneidiges Schwert“ (Hebr. 4,12) – es bricht hinein und spricht hinein in unser Leben: unerwartet – plötzlich – lang ersehnt – erbeten – störend, weil uns und unser Vorhaben in-Frage-gestellt-wird … - einfach und schlicht – und doch in ungeheurer Klarheit – lässt Menschen aufhorchen – erschrecken – neu hoffen – staunen – schweigen – loben – danken – widersprechen, ja: rebellieren – aber auch gehorchen und mutig zu neuen Ufern aufbrechen …

„Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.       Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.     Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung…“     (Jes. 55,10-11 / Jes. 55,8-9 / Jer. 29,11)

Und das alles nicht nur an und mit ISRAEL – sondern eben auch an uns, die wir glauben und durch Jesus Zugang haben zu diesem einzigartigen, wunderbaren, wunderwirkenden, vor allem aber: mit-uns-redenden Gott, den wir mit den gleichen vertrauten Worten Jesu anreden dürfen: ABBA – lieber Vater … geheiligt werde dein Name … DEIN Reich komme … …“

In diesem Sinne seid reich gesegnet in IHM

„Und der HERR redete mit Mose in der Wüste Sinai …“ 4. Mose 1, 1

„Na, schon alles vorbereitet für die kostbarsten Wochen des Jahres?“ Nein, es geht nicht um den Vorrat an Chips und gekühlten Getränken für den Fernsehmarathon Fußball-WM. Es ist Urlaubszeit. Reisen sind längst gebucht. Der Routenplaner ist eingestellt. Die Koffer sind gepackt. Also: „Wo geht’s hin?“

Das weiß ich zwar nicht, allerdings bin ich mir recht sicher, wo es nicht hingehen soll; nämlich: „In die Wüste!“

Das vierte Buch Mose heißt in der jüdischen Bibel schlichtweg: „In einer Wüste“ (hebr. „bamidbar“) Der aus der griechischen Übersetzung der Septuaginta (LXX) abgeleitete Titel ist uns geläufiger: „Numeri“ (schließlich wird in diesem Buch viel „gezählt“: Das Volk Israel hat gewaltig zugelegt an Zahl!) Allerdings wird nicht nur viel gezählt – es geht auch um das, was zählt: Der Glaube, der sich im Vertrauen auf den befreienden, rettenden Gott Israels gründet und sich im Gehorsam SEINEM Wort gegenüber auswirkt. Einfache Formel: „Wort Gottes + Glaube = Tat (zur Ehre Gottes) (s.a. Kol. 3,16-17 oder 2.Tim. 3,16-17).

  1. 1. Nachdem Israel zwei Jahre unterwegs war – aus dem Land der Versklavung (Ägypten) hin zum Land der Verheißung („wo Milch und Honig fließen“), stehen sie an einer Wegmarke. Am anderen Ufer – jenseits des Jordans liegt das den Vätern Israels (Abraham, Isaak und Jakob) versprochene Land. Nun sollen sie es kennen lernen. Lohnt es sich wirklich? Und. Wie können wir das „Verheißene“ empfangen? Kundschafter werden ausgesandt. Ergebnis: Es ist wirklich erstrebenswert, darin zu wohnen! Problem: Die Bewohner des Landes sind sehr groß und mächtig! Wir kommen nicht ans Ziel! Das zumindest meinen 10 der 12 ausgesandten Kundschafter und verleihen damit dem Unglauben Ausdruck, der verhindert, dass diese zu der Zeit lebende Generation das „Verheißene“ in-Besitz-nimmt.

38 Jahre wird es dauern, bevor Gott sein Volk Israel erneut das Angebot macht, die Verheißung zu empfangen. Glaube oder Unglaube, das ist hier die Frage (um es mit einem leicht abgewandelten Zitat Shakespeares zu sagen). Die zwei glaubenden Kundschafter – Josua & Kaleb – werden nach dem Ableben der Zweifler das Land Kanaan betreten und in-Besitz-nehmen. Es geht also letztlich um die Frage: Vertraust Du dem Wort Gottes mehr als dem „Sichtbaren“ (d.h. dem, was Dir alle Deine Sinnesorgane, Deine Gefühle und Erfahrungen und auch alle „Fakten“ der Wissenschaft sagen)?

Um nichts anderes geht es, wenn „Riesen“ zu besiegen sind! Josua & Kaleb sagen: „Gott ist größer“ und „ER ist auf unsrer Seite“ – „ER streitet für uns!“ (s. Röm. 8,31-32) Letztlich ist es nur eine Aktualisierung der rettenden Erfahrung Israels am Schilfmeer: „Der EWIGE wird für euch streiten; ihr aber werdet stille sein!“ (2.Mose 14,14)   < nachzulesen ist das in 4.Mose 13-14 >

  1. 2. Diese grundlegende Versuchung Israels hat auch Jesus durchleben müssen. So wird uns in den Evangelien berichtet, dass der Sohn Gottes vom Heiligen Geist (also unmittelbar nach seiner Taufe) in die Wüste geführt wird, um dort vom Teufel versucht zu werden. Im Gegensatz zum auserwählten Volk besteht Jesus – auch stellvertretend für uns – diese Erprobung seines Glaubens. Dreimal entlarvt er die lügenhaften Verführungen des Bösen und überwindet ihn durch seinen vertrauenden Gehorsam dem Wort Gottes gegenüber. Die Formel wird angewandt: Wort Gottes + Glaube = Tat zur Verherrlichung Gottes! < nachzulesen ist das in Mt.4,1-11 >
  2. 3. Auch bei der Bileam-Episode (4.Mose 22-24) geht es letztlich um den Glauben, der sich im Gehorsam – d.h. dem Tun des göttlichen Willens – vollzieht. Der Prophet wird engagiert, um das Volk Israel zu verfluchen. Stattdessen „muss“ er das auserwählte Volk zum Ärger seines Auftraggebers segnen. Er kann nicht anders! Und es wird deutlich, was zählt. Letztlich erfüllt Gott das Versprechen, das er Abraham gegeben hat: „…wer dich segnet, den werde ich segnen; und wer dir flucht, dem werde ich fluchen …“ (1.Mose 12,2-3)
  3. 4. Und so verwundert es nicht, dass der uns so vertraute priesterliche Segen eben gerade „in der Wüste“ dem Volk Israels geschenkt wird: „Der EWIGE segne dich und behüte dich. Der EWIGE lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig. Der EWIGE erhebe sein Angesicht auch dich und schenke dir Frieden.“ (4.Mose 6, 24-26)

Darum: auch wenn wohl keiner seine Urlaubsreise „in die Wüste“ bucht – sei nicht beunruhigt, wenn „Wüstenerfahrungen“ anstehen. Der HERR verwandelt die Wüste in einen Ort des Segens: Versuchungen und Glaubensproben führen uns zu neuen Quellen des Segens.

Denn ER verspricht: „Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.“ und   „ich werde Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: Ich werde meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen…“ (Jes. 43,19 und 44,3)

Und als Ermutigung noch aus einem Lied von Jörg Swoboda:

„Keiner der durch Wüsten wandert, wirft die Wasserflasche weg. Was am Leben hält ist niemals überflüssiges Gepäck. Was das Wasser in der Wüste, ist die Bibel in der Welt. Dieses Buch in deiner Wohnung ist, was mehr als alles zählt! Für Gottes Wort nehm ich mir Zeit: Minuten für die Ewigkeit. Wer Gottes Worte hört und tut ist klug und baut sein Leben gut!“

In diesem Sinne eine herzliche Einladung: Es ist nie zu spät, mit dem Bibellesen anzufangen! Und auch zum Einsteigen in unser Bibellese-Projekt „Mit B!bel pur auf Gottes Spur“ kann man noch jederzeit einsteigen – herzlich willkommen!

Allen Leserinnen und Lesern des Gemeindebriefes von Herzen Gottes reichen Segen und eine erholsame, ermutigende Urlaubszeit.

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



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