Psalm 100, 4                                        

„Geht zu seinen Toren ein mit Danken – in seine Vorhöfe mit Loben!

Dankt ihm – lobet seinen Namen!“

„Der Weg zu uns ist ganz einfach!“ sagt mir ein guter Freund. „Du kannst auf dem großen Parkplatz gleich rechts neben meinem Auto parken. Dann gehst Du zu dem großen Tor, drückst die Tür mit dem rechten Ellenbogen auf und gehst über den Hof zum zweiten Eingang. Auch diese Tür ist nur angelehnt. Du kriegst sie bequem mit dem Ellenbogen auf. Nun nur noch zwei Treppen hoch und dann die Tür rechts. Da kannst du mit dem linken Ellenbogen klingeln! Da erwarten wir Dich!“ Prima, denke ich, das klingt einfach. Ich frage nur: „Warum kriegt man bei Euch die Türen nur mit dem rechten Ellenbogen auf – und klingelt dann mit dem linken?“ „Na, Du wirst doch sicher beide Hände voll haben, um die Geschenke für meine Familie zu tragen!“

Der Psalm 100 gibt uns genau Auskunft, wie wir uns Gott nahen können! Auf jeden Fall nicht mit leeren Händen! Mit Danken und mit Loben sollen wir hindurchschreiten durch „seine“ Tore. „ So lasst uns nun durch ihn (Jesus) Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.“ (Hebr. 13,15)

1.) Danken

Wie wichtig das Danken ist, wird deutlich, wenn wir das erste Kapitel des Römerbriefes lesen. Zusammenfassend könnte man sagen: Die Verweigerung des Dankes ist die „Ursünde der Heidenvölker“. Dem Schöpfer wird nicht einmal „Danke“ gesagt für die Herrlichkeiten seiner Schöpfung. Für das Leben. Und besonders auch dafür, dass er uns seine geniale Schöpfung als einen faszinierenden Lebensraum geschenkt hat. Statt dessen suchen Menschen mit aller Macht nach Beweisen, dass die Welt ohne Schöpfer entstanden ist und existieren kann. Selbst wenn alles für ein „Intelligent Design“ spricht, bleibt es bei der Verweigerung des Dankes … Mit den entsprechenden Folgen. Der Apostel Paulus beschreibt sie in eben diesem 1. Kapitel seines umfangreichsten Briefes. (s. Röm. 1,18-32). Trotz 2.000 Jahre Zeitunterschied: Es liest sich wie eine Beschreibung der postmodernen westlichen Gesellschaften!

Nun ist das Danken eine Einladung zum Hinschauen auf den Schöpfer. Und damit auf den großzügigen Geber aller guten Dinge für unser Leben und das Gelingen unsres Lebens. Danken ist etwas sehr persönliches. Wir danken für unser persönliches Ergehen. Für Schutz, Bewahrung, ermutigende Begegnungen. Für das tägliche Brot und die „Stillung des Sturms“ in so manch herausfordernden Lebensumständen … Darin wird uns ein besonderer Segen versprochen: „Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes."(Ps. 50,23)    

Darum: „Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ (1. Thess. 5,18)

2.) Loben

Das „Gott loben“ legt noch stärker den Akzent auf das Gemeinsame. Uns verbindet, dass wir vom Ewigen erschaffen sind. Er liebt uns. Nimmt sich unsrer ewigen Verlorenheit an. Vergibt unsre Sünden. Schenkt uns durch seinen Sohn Jesus Christus ewiges Leben. „ Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“(Röm.8,32) Und „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.“(Eph.1,3)

All das ist Grund zum Lobpreis. Zum erhebenden Rühmen seines Namens.

3.) SEIN Name

Über allem geht es um SEINEN Namen. Seinen Namen ehrfurchtsvoll aussprechen. Welch ein besonderes Vorrecht ist es, seinen Namen zu kennen! Und welch eine Zusage Gottes: „Ich werde ihn schützen, denn er kennt meinen Namen!“ (Ps. 91,14)  

Mit seinem Namen ist uns sein unsichtbares Wesen vorgestellt. Ob es der uns „versorgende Gott“ ist (Jahwe Jireh), oder der uns „Heilende“ (Jahwe Rophecha); ob er sich uns offenbart als der „Gott des Friedens“ (Jahwe Schalom), als unsere „Gerechtigkeit“ (Jahwe Zidkenu) oder als „Guter Hirte“ (Jahwe Roi) – er ist der Gott, der für uns da ist (Jahwe Schammah).

Dies alles gipfelt in der einen Offenbarung: „ Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welten gemacht hat.“ (Hebr.1,1-2)  

Im Namen des Sohnes Gottes ist uns alles das geschenkt: JESUS, der Gesalbte – der Messias Israels; der Christus Gottes für die ganze Welt! Darum erheben wir seinen Namen und neigen uns tief vor IHM, dem König aller Könige und dem Herrn aller Herren! IHM ist „alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.“ (Mt. 28,18)

Er trägt „den Namen, der über alle Namen erhoben ist“ (Phil. 2,9-11). Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.“ (Apg. 4,12)

Daher „beten wir im Heiligen Geist den an, der Weg, Wahrheit und das Leben ist“ (Joh. 4,23-24/ Joh.14,6)

Als Jesus in den letzten Stunden seines irdischen Lebens zu seinen Freunden sprach, stand ihm auch der gewaltige herodianische Tempel vor Augen. Der Weg hinauf in den Vorhof führte durch das erste Tor. Dies trug den Namen: „Der Weg“. Das Tor, welches den Vorhof vom Heiligtum mit den Opferaltären trennte, hieß: „Die Wahrheit“.

Und schließlich war da das Allerheiligste. Dort wachten zwei mächtige Cherubim-Engel über der Bundeslade mit den Tafeln des Sinai-Bundes: Das ist „der Gnadenthron“. Nur durch ein drittes Tor war dieser zu erreichen. Ein äußerst schwerer Vorhang machte deutlich, dass dieser Bereich nicht öffentlich zugänglich war. Nur einmal im Jahr durfte ein Priester am heiligen „Jom Kippur“, dem Tag der Buße/Versöhnung hindurchschreiten, um vor dem Gnadenthron zu beten.

Dieses letzte Tor, zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten trug den Namen: „Das Leben“! Hören wir nun auf Jesus selbst: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh.14,6)   Nur durch Jeschua – Jesus – den Gesalbten – den Christus – haben wir diesen Zugang zu dem, der auf dem Thron sitzt. Jesus nennt ihn „Vater“ und wir sprechen es ihm nach und beten an: „Unser Vater im Himmel! Geheiligt werde dein Name …“ (Mt. 6,9-13)

Darum kommen wir nicht mit leeren Händen. Wir kommen mit Danksagungen und treten durch das erste Tor. Wir jubeln mit Lobpreisungen und durchschreiten die Vorhöfe. Und wir haben Zugang zum Thron der Gnade und erkennen staunend: „Ja, der Ewige ist freundlich. Seine Gnade ist von Ewigkeit zu Ewigkeit unsere Lebensgrundlage. Seine verlässlichen und beständigen Gunsterweisungen werden jeder Generation immer wieder neu geschenkt!“ (freie Wiedergabe von Ps. 100,5)  

„Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.“ (Hebr. 4,16)

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern des Gemeindebriefes eine ermutigende, erholsame und segensreiche Sommerzeit!

Bernd Niemeier

„ER hat uns gemacht … zu Schafen seiner Weide.“ (Psalm 100, 3)

Vor 110 Jahren begannen sich an Jesus gläubige Menschen der Not der Kinder anzunehmen. Daraus erwuchs 10 Jahre später die Gründung der Baptistengemeinde Bockum-Hövel. Und so fand vor genau 100 Jahren – am 22.6.1919 die Gründungsversammlung statt. Halleluja – dem HERRN sei Lob und Dank. Immer wieder hat es der HERR Menschen aufs Herz gelegt, sich für das Reich Gottes und die Gemeindearbeit hier vor Ort zu engagieren. Auf diese Weise haben ungezählte Menschen das Evangelium gehört. Viele haben die „gute Nachricht“ von Jesus Christus angenommen und z.T. gewaltige Veränderungen ihrer persönlichen Lebensumstände erlebt. Besonders aber: Gott hat eine Spur des Segens gelegt, der viele gefolgt sind und bis heute folgen! Darum sagen wir als Gemeinde am Zechenbahnweg heute: „WIR WOLLEN JESUS LEIDENSCHAFTLICH NACHFOLGEN; DEN MENSCHEN DIENEN UND ZUR EHRE GOTTES LEBEN!“

Als Motto für unser Jubiläum haben wir Psalm 100 gewählt – Monat für Monat betrachten wir daraus je ein besonderes Gotteswort. Für Juni heißt es: „(ER hat uns gemacht …) zu Schafen seiner Weide!“ Unser Psalm spricht jubelnd über diese Wirklichkeit. Sie umgibt unsere gesamte Existenz.

Vor Augen steht dabei:

  1. Wir haben uns nicht selbst „erfunden“! Wir sind einzigartige Geschöpfe eines unendlich kreativen und großzügigen Schöpfers. Er ist’s, „der sich selbst in den kleinsten Einzelheiten der Materie offenbart.“ So bekennt es Albert Einstein (1879-1955), und kommt zu dem Schluss: „Meine tiefe gefühlsmäßige Überzeugung von der Existenz Gottes, die sich überall im Weltraum manifestiert, bildet die Grundlage meiner Existenz, meines Glaubens.“ Wie arm sind Menschen dran, die sich als „Zufallsprodukt“ der Natur sehen?

Gerade auch, wenn es nicht so läuft, wie wir es gewünscht hätten, dürfen wir wissen, dass die letzte Verantwortung für das Gelingen unseres Lebens, in Gottes Händen liegt. Dies allerdings nur, wenn wir, unser Leben IHM anvertraut haben. Nur so werden Geschöpfe Gottes – die Menschen, die allesamt mit der Würde der „Gottebenbildlichkeit“ (1. Mose 1,26-27) ausgestattet sind - zu Kindern Gottes, die an seinen Namen glauben. (Joh. 1,12-13).

Denn: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Kor. 5,17) Darum: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen - und wir sind es auch!“ mit der einzigartigen Zukunftserwartung: „Wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“ (1. Joh. 3,1-2)

Das ist Grund zum Jubeln und triumphierenden Vertrauen! Denn, wenn ER uns gemacht hat, liegt der tiefere Sinn unseres Seins ja in SEINEN Gedanken und Plänen. Und genau davon spricht etwa auch der 139. Psalm (v.16): „Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.“

  1. Wir sind nicht allein in dieser Welt. Durch SEIN schöpferisches Handeln sind wir mit anderen gemeinsam auf dem Weg. Die Zugehörigkeit zu einer „Gruppe“ ist eins der tiefsten Bedürfnisse unseres Menschseins. Wir sind soziale Wesen. Oftmals entscheidet sich das Lebensglück des Einzelnen durch seine Gruppenzugehörigkeit.

Darum: Augen auf, mit wem Du Deine Zeit und Deine Hoffnungen teilst! „Schafe seiner Weide“ zu sein bedeutet, zur GmbH zu gehören – zur „Gemeinschaft mit berechtigter Hoffnung“. Denn: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ (1. Petr. 1,3)

  1. Letztlich sind wir „Schafe seiner Weide“! Schon früh haben die Propheten Israels das Bild des guten Hirten gebraucht, um die Herrschaft Gottes zu beschreiben. Der König wird – als Knecht Gottes, der die Wohltaten Gottes dem Volk weiterzugeben hatte – genau in dieser Funktion gesehen. Nicht zuletzt durch den König David. Er verbindet ja Königtum und Hirte-sein in besonderer Weise. Als Hirtenjunge berufen, herrscht er 40 Jahre über dem Volk Gottes und gilt bis heute als Typos der wahren Gottesherrschaft durch einen „irdischen“ König.

Und so ist der Messias – der zukünftig erwartete König Israels – ein Nachkomme Davids (= Sohn Davids). Wenn nun Matthäus sein Evangelium damit beginnt, uns Jesus, den Nazarener, als „Sohn Davids“ vorzustellen, ist genau dies gemeint: Jesus, der Gesalbte (hebr. „Messias“ / griech. „Christus“) ist der von Gott gesandte „König, Priester und Prophet“! Geht es nun darum, dass wir „Schafe seiner Weide“ sind, so hören wir die Worte Jesu (Joh. 10,14-16): „Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt; und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.“

Jesus spricht hier von der Gemeinde, dem „Leib Christi“, der aus Menschen jüdischer Abstammung und Menschen nicht-jüdischer Herkunft besteht, die durch den gemeinsamen Glauben an Jesus, den Gesalbten, miteinander verbunden sind. Ihnen gilt: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“ (Joh. 10,27-28)  

Um den Segen der Zugehörigkeit zu diesem „guten Hirten“ zu erfahren, hilft es u.a. den bekanntesten Psalm der Bibel zu beten. Psalm 23 führt uns Gottes Nähe in jeder Lebenslage vor Augen.

Ich lade nun ein, dieses Gotteslied auch einmal „persönlich“ zu beten, etwa indem man einfach an entsprechender Stelle seinen eigenen Namen einzusetzen …

Der HERR ist _______ Hirte, _____ wird nichts mangeln. Er weidet ______ auf einer grünen Aue und führet ______ zum frischen Wasser. Er erquicket _____ Seele. Er führet _____ auf rechter Straße um seines Namens willen… (u.s.w. auch die Verse 4-6)

Manchmal, wenn wir sehr bedrängt und angefochten sind, und buchstäblich „die Hand vor Augen nicht sehen können“, mag es helfen, diesen Psalm mit einem „HEUTE“ zu beten – oder anderen zuzusprechen…

Der HERR ist HEUTE mein Hirte, HEUTE wird mir nichts mangeln. Er weidet mich HEUTE auf einer grünen Aue und führet mich HEUTE zum frischen Wasser. Er erquicket HEUTE meine Seele. Er führet mich HEUTE auf rechter Straße um seines Namens willen… (usw. auch die Verse 4-6)

Ich wünsche allen Lesern des Gemeindebriefes Gottes reichen Segen – viele mutmachende Entdeckungen als „…Schafe seiner Weide!“ – Und natürlich ein HERZLICH WILLKOMMEN zum Jubiläum:   100 Jahre EFG Bockum-Hövel am 21. und 23. Juni 2019!!

 

Bernd Niemeier

Psalm 100, 3                                        

„ER hat uns gemacht – und nicht wir selbst – zu seinem Volk …“

„Das kann ich nicht glauben!“ Der junge Mann mir gegenüber schüttelt energisch den Kopf: „Es gibt keinen Schöpfer! Die Wissenschaft hat längst genug Beweise dafür, dass es keinen Gott geben muss, um die Welt und das Leben zu erklären!“ Damit dreht er sich um und lässt mich – zum Glück nicht „im Regen“ – stehen. Ein wenig ratlos bin ich dennoch. Ich hab es immer als eine große Ermutigung gesehen, an Gott als dem Schöpfer des Lebens allgemein und speziell – als dem Schöpfer meines Lebens zu glauben. In SEINEM Plan für mein Leben fühle ich mich geborgen und bewahrt in den Wechselfällen und „Schicksalsschlägen“, die das Leben so mit sich bringt.

„ER hat uns gemacht“ – und das mit einer ewigen Berufung, wie es uns in Psalm 139 (Vv. 14-16) und am Beginn des Epheserbriefes (1,4) so eindeutig bezeugt wird. Sind das denn alles nur „schöne Vorstellungen“ und haben mit dem wirklichen Leben, das Tag für Tag bewältigt werden muss, nichts zu tun? Was hat denn die moderne Naturwissenschaft über das Leben – besonders bzgl. seiner Entstehung überhaupt zu sagen?

  1. Der Neo-Darwinismus hat die ursprünglichen Thesen von Charles Darwin (1809-1882) weiterentwickelt. Dabei hat ihn die Hoffnung getragen, dass „Lücken in der Beweisführung“ sich durch neuer Funde bzw. Experimente geschlossen werden können. Doch er muss feststellen: Das hat sich so nicht ergeben. Dennoch bleibt als einziger Weg einer „gott-losen“ Erklärung für die Entstehungen der Arten nur die ursprüngliche Lehre Darwins.

Allerdings hatte gerade Darwin bereits zum Zeitpunkt der Entwicklung seiner Thesen behauptet: „Falls auch nur an einer Stelle von einem „Entwicklungs-sprung“ auszugehen ist, ist meine These hinfällig!“ Und das ist tatsächlich der Fall. Inzwischen sind die verschiedenen Erdalter durch geologische Untersuchungen soweit erforscht, dass man mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass es solche Entwicklungssprünge nicht gegeben haben kann. Nimmt man z.B. die Entwicklung der menschlichen Intelligenz, so müsste man dafür etwa 230 Mio. Jahre ansetzen.

Man hat nachgerechnet und die Faktoren soweit verändert, dass man die äußerste Günstigkeit aller Entwicklungen vorausgesetzt hat (die aber doch sehr unwahrscheinlich wären!). Dabei ist man dann auf 84 Mio. Jahre gekommen. Allerdings hat geologisch gesichert für diesen evolutionären Entwicklungsprozess nur eine Zeitspanne von 7 Mio. Jahren zur Verfügung gestanden…

  1. Geht man von den heute gesicherten Erkenntnissen der Gen-Forschung aus – der Weitergabe von Erbinformationen - kommt man zu folgenden Einsichten: Die 20 Aminosäuren, die dafür zur Verfügung stehen, sind mit den Buchstaben eines Alphabets vergleichbar. So wird ein Buchstabencode möglich, der in Ketten zu jeweils 200-2000 Gliedern zu „Wörtern“ zusammengesetzt werden kann. Es ist jedoch zu bedenken, dass eine wahllose Zusammensetzung von Buchstaben allenfalls einen „Buchstabensalat“ ergibt, der nur in den wenigsten Fällen ein sinnvolles Wort ergäbe. So verhält es sich auch mit dem „Aminosäure-code“. Die mathematische Wahrscheinlichkeit von sinnvollen Erbinformationen entspricht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wissenschaftlich entspricht diese Wahrscheinlichkeit 1:1076.

Um sich das vorstellen zu können: Ein vollständiges Werk der Weltliteratur – z.B. „Romeo & Julia“ von William Shakespeare – müsste sich durch wahllose Veränderung einzelner Buchstaben vollständig in ein anders Werk der Weltliteratur – z.B. Goethes „Faust“ verändern lassen. Wie viele Entwicklungsschritte würde man wohl dafür brauchen? Nach Darwins These müsste darüber hinaus jeder einzelne Entwicklungsschritt in diesem Umgestaltungsprozess sinnvoll sein – d.h. es müsste sich bei jedem Buchstaben, den man wahllos (also „zufällig“) verändert ein jeweils vollständiges anderes Werk der Weltliteratur (z.B. Schillers „Die Räuber“ / Lessings „Nathan, der Weise etc.) ergeben …

Jetzt muss ich allerdings sagen: „ Das kann ich nicht glauben!“ Ja, es stimmt: Sowohl für die Existenz Gottes als auch für die Nicht-Existenz Gottes gibt es keine Beweise! Aber doch genug Indizien. Und es bleibt eine persönliche Entscheidung, ob ich glauben will! Ich meine, dass es durchaus angebracht ist, den aktuellen Stand der Naturwissenschaften Rechnung zu tragen und an den EINEN, den Schöpfer, zu glauben! Nämlich darauf zu vertrauen, dass es zumindest einen „Intelligent Design“ – einen „genialen Planer“ gibt. Und warum ihn nicht auch als Gott anerkennen und das biblische Zeugnis für das persönliche Leben anzunehmen. Mir scheint es allemal „intelligenter“, als an den Gott „Zufall“ zu glauben, denn die Bibel sagt: „Die Furcht des Ewigen ist der Anfang aller Erkenntnis“ (und Weisheit!) (Spr. 1,7)

Und für uns als Jesus-Nachfolger kommt hinzu, dass wir wissen dürfen: Das Gelingen unsres Lebens liegt in der Hand dessen, der uns „gemacht hat“ und zwar „zu seinem Volk“ (Psalm 100,3) Denn wir können gewiss sein und mit Paulus bekennen: „…dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis zum Tag Jesu Christi!“ (Phil. 1,6) – weil Jesus gesagt hat: „ Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, auf dass, worum ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe.“

(Joh. 15,16)

In diesem Sinne Ihnen/Euch allen Gottes reichen Segen im „Wonnemonat“ Mai.

Bernd Niemeier