Da summt es!  Jeden Morgen – so gegen halb sieben – schaut sie kurz vorbei. Das offene Fenster lädt sie ein: Die Fliege – ein richtig dicker Brummer… einmal durchs Zimmer und wieder raus! Nun schon den fünften Morgen!

Manche Stippvisiten haben es in sich, denke ich. So erzählt man sich  z.B. von Fritz, einem einfachen Bauern. Immer um 12 Uhr geht er kurz in die Dorfkirche, verweilt einen Augenblick vor dem Kreuz und sagt: „Hallo, Jesus, hier ist Fritz!“ Dann geht er wieder. Nun begab es sich, dass Fritz krank wurde und im Krankenhaus lag. Und sein Zimmernachbar erzählte später von dem beeindruckenden Besucher, der immer zur Mittagszeit in ihr Zimmer trat und sagte: „Hallo, Fritz, hier ist Jesus!“

Oftmals sind es die kurzen Augenblicke, die den Tagesablauf entscheidend verändern. Jesus ist nie weiter entfernt als ein Gebet. Kurz mal reinschauen lohnt sich!

Übrigens, auch morgen: Die EFG Bockum-Hövel feiert morgen ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem Festgottesdienst, gemeinsamen Mittagessen und vielen Ehrengästen: Um 10 Uhr im Zechenbahnweg. Unser Oberbürgermeister ist auch dabei …

Das war „Mein Moment“ von

Bernd Niemeier, Pastor in Bockum-Hövel

Psalm 100, 4                                         

„Danket ihm – lobet seinen Namen.“

Die Uraufführung am 13. April 1742 in Dublin war ein großer Erfolg! Eher enttäuschend wurde das Jahrtausendwerk in seiner Wahlheimat London aufgenommen. Georg Friedrich Händel hatte die Komposition innerhalb weniger Wochen des Sommers 1741 vollendet. Und wohl kaum einer kennt es nicht, das große „Halleluja“ seines Meisterwerkes „Der Messias“. Um diesen gewaltigen Chorsatz zum Ende des Oratoriums gibt es manch nette Anekdote. So hört man dieses erhebende Chorwerk in England nur im Stehen. Und das kam so: Die Queen kam zu spät zur Aufführung. Erst zum Beginn des großen Hallelujas betrat sie den Konzertsaal – alles stand auf, um ihre königliche Majestät willkommen zu heißen. Die begeisternde Komposition von Händel war dabei nur Nebensache …

Was heißt eigentlich: „Halleluja“?  Dieses in unseren Gebeten durchaus oft verwendete hebräische Wort ist eine Handlungsanweisung. Eine Aufforderung zum Gotteslob. „Lobt Gott!“ oder „Preist Gott!“ Genauer müsste man übersetzen: „Lobsingt Jahwe!“ Denn die letzte Silbe im Hallelu-jah ist eine Kurzform der persönlichen Gottesanrede des Gottes Israels. Er hat sich Mose vorgestellt als der „Ich bin für dich da“ – was auf hebräisch mit den vier Buchstaben YHWH geschrieben und vermutlich „Jahwe“ ausgesprochen wird.

So ganz genau weiß man das nicht, weil die Juden – die einzigen, die es wissen könnten – aus Ehrfurcht, statt des Namens,  nur „Adonai“ (HERR) sagen. Wenn allerdings „Halleluja“ eine Aufforderung ist, dann sind viele unsrer Gebete, in denen wir das Wort ja überwiegend als Anrede des Dankes an Gott gebrauchen, nicht ganz korrekt. Es wäre etwa so, wie wenn eine Mutter ihren Sohn zum Vater schickt und sagt: „Sag ihm mal Danke!“ Und der Sohn seinem Vater sagt: „Sag ihm mal Danke!“

Das Wort „Halleluja“ macht uns jedoch auf etwas Entscheidendes aufmerksam: Geht es um den EWIGEN, geht es um Gott selbst, dann reicht das „kleine Lob“ des einzelnen Beters nicht aus. Immer ist das persönliche Bezeugen von Gottes Wohltaten eingebettet in die Aufforderung gemeinsam zu loben. Das Lob Gottes zu vermehren. Zu verstärken. Zu einer gewaltigen Welle des übersprudelnden Dankes soll die Anerkennung und die Freude an SEINEN Guttaten anschwellen.

Ein Fanfarenstoß von mächtigen Trompeten und Posaunen – ja, alles was klingt, alles was atmet soll mit einstimmen: „Halleluja – lobet Gott in seinem Heiligtum“ lautet es im letzten Psalm unsrer Bibel.

So ist auch das Motto aus Psalm 100 Vers 4, das über dem September steht, eine Aufforderung zum Lob Gottes. Direkt nachdem zum Danken und Loben eingeladen wird – nur so können die Tore des Tempelbezirks durchschritten werden – kommt dieses eindringliche Crescendo: Die dankbare Anerkennung dessen, was er für uns getan hat, soll lautstark verkündet werden. 

Die Ausrichtung auf das „…was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat…“ trägt ein großes Versprechen Gottes: „…so wird der Gott des Friedens mit euch sein.“ (Phil.4,8-9)

Wer wünscht sich die spürbare Gegenwart Gottes nicht? „Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.“ (Ps. 126,3) darf allen bekannt werden! Und tatsächlich ist das gemeinsame Lob Gottes der größte evangelistische Faktor, den eine Gemeinde hat. Denn „… Du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.“ (Ps. 22,4) 

Was ist Lobpreis Gottes anderes, als dass wir IHM Raum geben, sich inmitten unsrer menschlichen Gemeinschaft, als Gott - ja, als liebender Vater, zu offenbaren?  „Wo wohnt eigentlich Gott?“, fragen ja nicht nur Kinder.

Nun: „Gott wohnt, wo man ihn lässt!“ Und der Türöffner – die Einladung: „HERR, komm in mir wohnen“ – sprechen wir aus, indem wir seinen Namen ehren. „So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.“ (Hebr. 13,15) So nämlich wird „Der Gott des Friedens, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut eines ewigen Bundes, uns befähigen zu jedem guten Werk, um seinen Willen zu tun, indem er selbst in uns bewirkt, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ (Hebr. 13,20-21)

Allen Leserinnen und Lesern einen reich gesegneten Start in den Herbst 2019!

Bernd Niemeier

Psalm 100, 4                                        

„Geht zu seinen Toren ein mit Danken – in seine Vorhöfe mit Loben!

Dankt ihm – lobet seinen Namen!“

„Der Weg zu uns ist ganz einfach!“ sagt mir ein guter Freund. „Du kannst auf dem großen Parkplatz gleich rechts neben meinem Auto parken. Dann gehst Du zu dem großen Tor, drückst die Tür mit dem rechten Ellenbogen auf und gehst über den Hof zum zweiten Eingang. Auch diese Tür ist nur angelehnt. Du kriegst sie bequem mit dem Ellenbogen auf. Nun nur noch zwei Treppen hoch und dann die Tür rechts. Da kannst du mit dem linken Ellenbogen klingeln! Da erwarten wir Dich!“ Prima, denke ich, das klingt einfach. Ich frage nur: „Warum kriegt man bei Euch die Türen nur mit dem rechten Ellenbogen auf – und klingelt dann mit dem linken?“ „Na, Du wirst doch sicher beide Hände voll haben, um die Geschenke für meine Familie zu tragen!“

Der Psalm 100 gibt uns genau Auskunft, wie wir uns Gott nahen können! Auf jeden Fall nicht mit leeren Händen! Mit Danken und mit Loben sollen wir hindurchschreiten durch „seine“ Tore. „ So lasst uns nun durch ihn (Jesus) Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.“ (Hebr. 13,15)

1.) Danken

Wie wichtig das Danken ist, wird deutlich, wenn wir das erste Kapitel des Römerbriefes lesen. Zusammenfassend könnte man sagen: Die Verweigerung des Dankes ist die „Ursünde der Heidenvölker“. Dem Schöpfer wird nicht einmal „Danke“ gesagt für die Herrlichkeiten seiner Schöpfung. Für das Leben. Und besonders auch dafür, dass er uns seine geniale Schöpfung als einen faszinierenden Lebensraum geschenkt hat. Statt dessen suchen Menschen mit aller Macht nach Beweisen, dass die Welt ohne Schöpfer entstanden ist und existieren kann. Selbst wenn alles für ein „Intelligent Design“ spricht, bleibt es bei der Verweigerung des Dankes … Mit den entsprechenden Folgen. Der Apostel Paulus beschreibt sie in eben diesem 1. Kapitel seines umfangreichsten Briefes. (s. Röm. 1,18-32). Trotz 2.000 Jahre Zeitunterschied: Es liest sich wie eine Beschreibung der postmodernen westlichen Gesellschaften!

Nun ist das Danken eine Einladung zum Hinschauen auf den Schöpfer. Und damit auf den großzügigen Geber aller guten Dinge für unser Leben und das Gelingen unsres Lebens. Danken ist etwas sehr persönliches. Wir danken für unser persönliches Ergehen. Für Schutz, Bewahrung, ermutigende Begegnungen. Für das tägliche Brot und die „Stillung des Sturms“ in so manch herausfordernden Lebensumständen … Darin wird uns ein besonderer Segen versprochen: „Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes."(Ps. 50,23)    

Darum: „Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ (1. Thess. 5,18)

2.) Loben

Das „Gott loben“ legt noch stärker den Akzent auf das Gemeinsame. Uns verbindet, dass wir vom Ewigen erschaffen sind. Er liebt uns. Nimmt sich unsrer ewigen Verlorenheit an. Vergibt unsre Sünden. Schenkt uns durch seinen Sohn Jesus Christus ewiges Leben. „ Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“(Röm.8,32) Und „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.“(Eph.1,3)

All das ist Grund zum Lobpreis. Zum erhebenden Rühmen seines Namens.

3.) SEIN Name

Über allem geht es um SEINEN Namen. Seinen Namen ehrfurchtsvoll aussprechen. Welch ein besonderes Vorrecht ist es, seinen Namen zu kennen! Und welch eine Zusage Gottes: „Ich werde ihn schützen, denn er kennt meinen Namen!“ (Ps. 91,14)  

Mit seinem Namen ist uns sein unsichtbares Wesen vorgestellt. Ob es der uns „versorgende Gott“ ist (Jahwe Jireh), oder der uns „Heilende“ (Jahwe Rophecha); ob er sich uns offenbart als der „Gott des Friedens“ (Jahwe Schalom), als unsere „Gerechtigkeit“ (Jahwe Zidkenu) oder als „Guter Hirte“ (Jahwe Roi) – er ist der Gott, der für uns da ist (Jahwe Schammah).

Dies alles gipfelt in der einen Offenbarung: „ Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welten gemacht hat.“ (Hebr.1,1-2)  

Im Namen des Sohnes Gottes ist uns alles das geschenkt: JESUS, der Gesalbte – der Messias Israels; der Christus Gottes für die ganze Welt! Darum erheben wir seinen Namen und neigen uns tief vor IHM, dem König aller Könige und dem Herrn aller Herren! IHM ist „alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.“ (Mt. 28,18)

Er trägt „den Namen, der über alle Namen erhoben ist“ (Phil. 2,9-11). Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.“ (Apg. 4,12)

Daher „beten wir im Heiligen Geist den an, der Weg, Wahrheit und das Leben ist“ (Joh. 4,23-24/ Joh.14,6)

Als Jesus in den letzten Stunden seines irdischen Lebens zu seinen Freunden sprach, stand ihm auch der gewaltige herodianische Tempel vor Augen. Der Weg hinauf in den Vorhof führte durch das erste Tor. Dies trug den Namen: „Der Weg“. Das Tor, welches den Vorhof vom Heiligtum mit den Opferaltären trennte, hieß: „Die Wahrheit“.

Und schließlich war da das Allerheiligste. Dort wachten zwei mächtige Cherubim-Engel über der Bundeslade mit den Tafeln des Sinai-Bundes: Das ist „der Gnadenthron“. Nur durch ein drittes Tor war dieser zu erreichen. Ein äußerst schwerer Vorhang machte deutlich, dass dieser Bereich nicht öffentlich zugänglich war. Nur einmal im Jahr durfte ein Priester am heiligen „Jom Kippur“, dem Tag der Buße/Versöhnung hindurchschreiten, um vor dem Gnadenthron zu beten.

Dieses letzte Tor, zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten trug den Namen: „Das Leben“! Hören wir nun auf Jesus selbst: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh.14,6)   Nur durch Jeschua – Jesus – den Gesalbten – den Christus – haben wir diesen Zugang zu dem, der auf dem Thron sitzt. Jesus nennt ihn „Vater“ und wir sprechen es ihm nach und beten an: „Unser Vater im Himmel! Geheiligt werde dein Name …“ (Mt. 6,9-13)

Darum kommen wir nicht mit leeren Händen. Wir kommen mit Danksagungen und treten durch das erste Tor. Wir jubeln mit Lobpreisungen und durchschreiten die Vorhöfe. Und wir haben Zugang zum Thron der Gnade und erkennen staunend: „Ja, der Ewige ist freundlich. Seine Gnade ist von Ewigkeit zu Ewigkeit unsere Lebensgrundlage. Seine verlässlichen und beständigen Gunsterweisungen werden jeder Generation immer wieder neu geschenkt!“ (freie Wiedergabe von Ps. 100,5)  

„Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.“ (Hebr. 4,16)

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern des Gemeindebriefes eine ermutigende, erholsame und segensreiche Sommerzeit!

Bernd Niemeier