Psalm 100, 2

„Kommt vor sein Angesicht

mit Frohlocken“

„Ich hab nichts anzuziehen!“ meint, bei meistens doch recht gut gefülltem Kleiderschrank: Für dieses besondere Ereignis fehlt mir das angemessene Outfit. Oft geht es um festliche Anlässe. Eine Hochzeit steht an oder ein runder Geburtstag, ein Jubiläum oder der feierliche Abschluss einer Ausbildung … eine außergewöhnliche Einladung verlangt auch „äußerlich das gewisse Etwas“.

Wie wäre es, von Gott selbst eingeladen zu werden? Wäre das „exklusiv“ genug? Wer ist eingeladen? Wer darf kommen? Was wird erwartet? Muss man was mitbringen? Gibt es ein angemessenes „Outfit“?

Der 100. Psalm spricht eine solche Einladung aus: „Kommt“! „Kommt mit Frohlocken“! Damit wäre übrigens die Kleiderordnung angesprochen: Es geht um eine Herzenshaltung. Sie wird von Gott angesehen wie ein Kleid. Euer Schmuck ist der Lobpreis des Herzens. Von Danksagung als Türöffner und Lobpreis zum Hindurchgehen, lesen wir in diesem Gotteslied. Auch von der „direkten Audienz vor dem Gnadenthron“ mit dem Bekenntnis: „Ja, der EWIGE ist freundlich. Von Ewigkeit zu Ewigkeit gelten seine Gunstzuwendungen und das ist es, worauf man sich unbedingt verlassen kann – was absolut gewiss ist – es hat Bestand von einer Generation zur nächsten!“ (Ps. 100,4-5) wird gesprochen. Aber im Zentrum stehen zwei göttliche Wahrheiten, über die wir nur dankbar staunen können:

  1. Wir dürfen kommen

„Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst und das Menschlein (als der Vergänglichkeit unterworfenes Geschöpf) dass du dich um ihn kümmerst?“ fragt David in Psalm 8. Das ganze Elend der menschlichen Existenz wird einem bewusst, wenn man sich mit den tagesaktuellen Ereignissen beschäftigt. Flucht, Vertreibung, Armut, Hunger, Krankheiten … Und auch das Leben der oftmals so selbstherrlichen Machthaber dieser Welt ist begrenzt: Die Putins, Trumps und Erdogans dieser Weltzeit – mögen sie noch so viele Schlagzeilen machen … ihre Zeit wird vergehen! Selbst von Cäsar und Alexander dem Großen lesen wir nur noch in den Geschichtsbüchern.

Aber hier nun ist eine Einladung von dem HERRN aller Herren und dem KÖNIG aller Könige. Der EWIGE lädt ein. Zugang hat, wer sich demütigt! Denn „…den Demütigen schenkt Gott Gnade“. (Spr. 3,34 / Jak.4,6 / 1Petr.5,5) In „den Demütigen“ spiegelt sich das Wesen des ewigen Vaters wieder, der uns „im Sohn“ geoffenbart ist: „Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich werde euch erquicken … denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig …!“ (Mt. 11,28-30) Und wenn es dem Apostel Paulus darum geht, „…dass der Christus in uns Gestalt gewinne …“ (Gal. 4,19), dann geht es genau darum, dass wir so mit dem Christus verbunden sind, dass wir zu einer Wesenseinheit mit ihm gelangen. Dies beginnt ja mit der Wiedergeburt – durch Glaube, Umkehr und Taufe – und erfährt seine „Autorisierung“ in der gelebten Christusnachfolge (die Bibel spricht von „Heiligung“): „Daher: ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2.Kor. 5,17) Darum staune: Wir dürfen kommen – Du darfst kommen. Du bist wertgeachtet und gern gesehen „vor dem Thron der Gnade“ (Hebr. 4,16) Einzig und allein: Achte auf Deine Kleidung! Dein „Outfit“ ist wichtig:

  1. „Kommt … mit Frohlocken“

Welchen Grund haben wir zum „Frohlocken“? Wir, die wir auch noch das „letzte Haar in der Suppe“ finden? Wir, die wir doch soviel zu klagen haben – wenn auch auf „sehr hohem Niveau“? Es scheint zu uns Deutschen zu gehören, dass wir immer unzufrieden sind. Immer gibt es das „Bessere“ – eben das, was wir gerade nicht haben! Darum brauchen wir „Demut“! Denn Demut heißt auch, Mut zu haben, einmal völlig von sich wegzuschauen. Uns mal nicht ständig um uns selbst zu drehen. Die gute Nachricht ist: Du bist nicht der Mittelpunkt der Welt! Das ist wirklich eine gute Nachricht! Denn so wie ein Magnet alles in eine rechte Ausrichtung bringt und damit Ordnung schafft, so ist die Einladung, „…vor Gottes Angesicht zu kommen“ (also in seine Gegenwart zu treten), der Ruf zur Umkehr, um den „Mittelpunkt“, das „Zentrum“ unserer Existenz (neu) zu entdecken. Und dann begreifen wir: „In ihm ist alles, was ich brauch‘“, so ein bekanntes Lied. Denn „er ist uns (von Gott) gemacht zur Weisheit von Gott, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung!“ (1. Kor. 1,30) Und wir sind geschaffen zum Lob Gottes und zur Freude! Dieses Lebensgefühl durchzieht den ersten Schöpfungstag, den der Mensch miterlebt: Der Schabbat – der Tag an dem Gott selbst sich an seiner Schöpfung zutiefst erfreut hat: „Es war sehr gut!“ (1.Mose 1,31).   Der Mensch, geschaffen zum „Lobpreis seiner Herrlichkeit“ (Eph. 1,6.12.14) und um teilzuhaben an der Freude Gottes!

Wusstest Du, dass die „Freude Gottes“ Dir als Ort des Schutzes und der Zuflucht dient? Und dass Gott sich mit festlicher Feierfreude an Dir und über Dich freut? Nachzulesen in Neh. 8,10 und Zeph. 3,17: „Seid nicht betrübt, sondern die Freude Gottes ist Euch Zuflucht – sie ist Eure Stärke!“ und „Der EWIGE, dein Gott, ist in deiner Mitte (er lebt durch Jesus „in dir!“) ein siegreicher Held, er freut sich über dich mit Jauchzen … er jubelt über dich wie an einem festlichen Tag!“

Darum „Kommt in seine Gegenwart mit Frohlocken“ – habt teil an Gottes Freude und vielleicht sieht das ein oder andere, was Dein Leben schwer macht, danach ja ganz anders aus! Schließlich sind wir berufen zum kindlichen Staunen über den „Vater-Gott“ und zur „Freundschaft mit Jesus“, dem Sohn Gottes und zur Gemeinschaft, ja Partnerschaft mit dem Heiligen Geist! Wenn das kein Grund zur Freude ist und um Gottes Einladung anzunehmen … Und „zu IHM zu kommen“, verändert das Leben von Grund auf – auch heute noch …

Bernd Niemeier

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